FLIEGENFISCHEN IM SEE – RUTEN UND ROLLEN – FLIEGENSCHNÜRE – FORELLENSEE FLIEGEN

Nicht nur in Bächen und Flüssen lassen sich Fische mit der Fliege sehr erfolgreich fangen, auch in stehenden Gewässern kannst du die Fliegenfischerei sehr erfolgreich ausüben. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen idyllischen Bergsee, einen beeindruckenden Stausee, einen gut besuchten Baggersee, einen kommerziellen Angelteich bzw. Forellensee handelt, oder ob du dein Glück an einem natürlichen See versuchst. An all diesen verschiedenen Gewässern lassen sich Fische mit künstlichen Fliegen überlisten.

Dabei haben diese Gewässer gleich mehrere Vorteile, denn sie lassen sich meist schnell erreichen, sind leicht zugänglich und die Erlaubnisscheine sind günstig. Die unterschiedlichen Gewässer beherbergen auch viele verschiedene Fischarten, wie Forellen und Saiblinge, aber auch Barsche, Hechte, Zander, Karpfen und viele andere fischereilich interessante Arten mehr, sodass an Seen und Teichen eigentlich das ganze Jahr hindurch Saison ist. Damit stellen Seen und Angelteiche die ideale Alternative für das Fliegenfischen in der Schonzeit bzw. im Winter dar.

Die passende Fliegenrute – Fliegenrolle – Fliegenschnur für Seen und Forellenteiche

Für deine ersten Würfe vom Ufer der Talsperre oder des Forellensees reicht deine Standard-Ausrüstung. Bald wirst du aber merken, dass selbst an überschaubaren Seen und Forellenteichen weite Würfe notwendig sind, um die Fische überhaupt zu erreichen und fangen zu können. Selbst vom Boot oder Bellyboot aus ist das Werfen mit speziellen Fliegenruten, die eigens für die Fliegenfischerei im Stillwasser konzipiert wurden, wesentlich einfacher.

Die ideale Fliegenrute für den See

Die optimale Fliegenrute für das Fliegenfischen am See, sowohl vom Ufer als auch vom Boot aus, hat mit etwa 10 Fuß Länge einen etwas längeren Hebel, und bietet dir damit gleich mehrere Vorteile, da du:

  • weiter werfen,
  • die längeren Fliegenmontagen mit mehreren Fliegen besser handhaben,
  • und deine Fliegenschnur leichter von evtl. Uferbewuchs und Treibgut am Ufer fernhalten

kannst.

Zudem ist die passende Fliegenrute für die Schnurklasse #7/8 ausgelegt, da dir mit diesen etwas schwereren Fliegenschnüren leichter weitere Würfe gelingen. Wichtig ist dabei, dass deine neue Fliegenrute für das Stillwasser über ein starkes Rückgrat verfügt. Einerseits, um bei den langen schweren Fliegenschnüren nicht in die Knie zu gehen, andererseits für den Drill größerer Fische, da sowohl in natürlichen Seen als auch kommerziellen Angelteichen und Forellenseen mit höheren Durchschnittsgrößen der Fische zu rechnen ist.

Die richtige Fliegenrolle für das Stillwasser

Wenn du auf der Suche nach einer Fliegenrolle speziell für das Fliegenfischen in Seen und Teichen bist, dann solltest du in erster Linie auf zwei entscheidende Merkmale achten:

  • Die Fliegenrolle muss ein großes Schnurfassungsvermögen haben. Viele Fliegenschnüre, die eigens für weite Würfe konzipiert sind, haben oftmals verlängerte Keulen mit entsprechend vergrößertem Schnurdurchmesser, sodass diese Fliegenschnüre mehr Platz auf deiner Fliegenrolle brauchen. Zudem solltest du deine Fliegenrolle auch mit ausreichend Backing unterfüttern, denn gerade an Seen und in Angelteichen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein größerer Fisch deine Fliege nimmt.
  • Die Bremse der Fliegenrolle muss zuverlässig arbeiten und sanft anlaufen. Gerade bei den erwähnten größeren Fischen, mit denen du im Stillwasser immer rechnen musst, solltest du dich auf deinen Rollenbremse verlassen können. Diese muss zuverlässig und einwandfrei arbeiten und vor allen Dingen sanft und ruckfrei anlaufen, damit du den Fisch im Drill nicht durch eine blockierte Rollenbremse verlierst.

Sehr praktisch sind darüber hinaus sog. Kasettenrollen bzw. Fliegenrollen mit Wechselspulen, da an stehenden Gewässern – je nach Situation – Fliegenschnüre mit unterschiedlichen Merkmalen zum Einsatz kommen.

Fliegenschnüre für weite Würfe

Um an Seen und Teichen deine Fliege auch weite Distanzen präsentieren zu können, brauchst du spezielle Fliegenschnüre. Diese Fliegenschnüre für den Einsatz im Stillwasser sind ausnahmslos WF (weight forward) Schnüre, bei denen der Großteil des Schnurgewichts in einer sog. Keule im vorderen Bereich der Fliegenschnur konzentriert ist. Zudem sind diese Fliegenschnüre grundsätzlich etwas länger gehalten und können auch 40 Meter und mehr messen.

Um auch wirklich weit werfen zu können, muss die Fliegenschnur auf die verwendete Fliegenrute abgestimmt sein und mit ihr harmonieren, um diese optimal aufladen zu können, ohne sie zu überlasten. Dieses gute Zusammenspiel der Ausrüstung hängt beim Fliegenfischen im Stillwasser auch von der Wurftechnik ab. Wenn du vor allem vom Boot oder vom Belly Boot fischst oder an Gewässern vom Ufer aus, wo du hinter dir sehr viel Platz hast, kannst den klassischen Überkopfwurf einsetzen. In vielen Fällen ist der Platz am Ufer jedoch durch Hindernisse und Strukturen eingeschränkt, sodass ein spezieller Wurf, der sog. Froller oder Froll-Wurf zum Einsatz kommt. Mit diesem Wurf erreichst du in kurzer Zeit und mühelos auch Wurfweiten von 20 bis 25 Metern ohne viel Platz im Rückraum zu haben. In unserem Blogbeitrag erklären wir dir den Froller sehr anschaulich und Schritt für Schritt. Um mit dem Froll-Wurf entspannt und erfolgreich zu sein, empfehlen wir dir die eigens dafür entwickelten Fliegenschnüre mit speziellen Schnurprofilen und Eigenschaften.

Und nicht zuletzt gilt es bei der Wahl der passenden Fliegenschnüre auch die Wassertiefe zu berücksichtigen, in der du deine Fliegen im Forellensee oder im Stausee anbieten willst. In flachen Gewässern und im Uferbereich reicht meist eine schwimmende Fliegenschnur bzw. eine sog. Intermediate Fliegenschnur aus, die nur sehr langsam sinkt. Wird das Gewässer aber tiefer und stehen die Fische eher in der Nähe des Grundes, so kommen sinkende Fliegenschnüre zum Einsatz.

Perfekt abgestimmtes Set – Fliegenrute – Fliegenrolle- Fliegenschnur

Als Einsteiger ist man schnell überfordert auf Anhieb die richtigen Angelgeräte aus dem vielfältigen Angebot auszuwählen, das tatsächlich zusammenpasst. Um dir Ärger und teure Fehlkäufe zu ersparen, haben wir für ein perfekt abgestimmtes Set aus Fliegenrute, Fliegenrolle und Fliegenschnur zusammengestellt, mit dem du bestens für das Fliegenfischen sowohl im Forellensee wie auch am Natursee gerüstet bist. Fliegenschnur und Backing sind dabei bereits vormontiert, sodass das Komplett-Set ready-to-fish zu dir nach Hause kommt.

Polyleader, Vorfächer, Tippets

Gerade beim Fliegenfischen im Stillwasser empfehlen wir die Verwendung von passenden Polyleadern. Das sind spezielle Vorfächer mit einem starken Monofil-Kern und einer konisch zulaufenden Ummantelung aus Polymer. Sie sorgen für eine kraftschlüssige Verbindung zwischen der Fliegenschnur sowie dem restlichen Vorfach und sorgen damit für eine bessere Übertragung des Wurfimpuls bis zur Tippet-Spitze und einem sehr geschmeidigen Abrollen. Im Stillwasser werden gerne mehrere Fliegen angeboten. Für die eigentliche Montage eignet sich dabei monofile Schnur aus Fluorocarbon sehr gut, da:

  • Es durch einen ähnlichen Lichtbrechungsindex unauffälliger im Wasser ist. Gerade in stehenden Gewässern haben die Fische genügend Zeit, die Fliege und den Rest der Montage zu prüfen.
  • Durch das höhere spezifische Gewicht im Vergleich zu Nylon-Monofil schneller sinkt. Dies ist übrigens auch bei schwimmenden Montagen mit mehreren Fliegen erwünscht, da die Fliegen so knapp unter der Wasseroberfläche angeboten werden.
  • Sich das Tippet durch die höhere Steifigkeit besser streckt und die Seitenarme besser abstehen.

Wie ein solches Vorfach aus Fluorocarbon aussieht und welche Kombinationen von Fliegen bei den Montagen für Seen und Forellenteiche zum Einsatz kommen, erfährst du ebenfalls in unserem ausführlichen Blogbeitrag.

Erfolgreiche Fliegenmuster

Grundsätzlich gilt auch natürlichen Seen und künstlichen Angelteichen, dass die angebotenen Fliegenmuster die Nahrung der Fische nachahmen sollen, die sich auch in stehenden Gewässern überwiegend aus Insekten, Fischbrut und kleineren Fischchen sowie anderen Beutetierchen wie Egeln, Schnecken usw. zusammensetzt. Daher können in Seen, Teichen und Forellenseen auch die gewohnten Trockenfliegen, Nassfliegen, Nymphen und Streamer zum Einsatz kommen. Aufgrund ihrer großen Bedeutung in stehenden Gewässern erwähnen wir hier explizit die sog. Buzzer, die Larven und Puppen der Chironomiden, also Zuckmücken, nachahmen.

Spezielle Forellensee Fliegen

Neben den verschiedenen realistischen Fliegen-Imitationen haben sich aber besonders an stehenden Gewässern mit hohem Fischereidruck wie den kommerziellen Angelteichen und den Put&Take Forellenseen eine Reihe von speziellen Fliegenmustern bewährt. Sie allesamt sind optisch und durch ihre Bewegung sehr auffällig und reizen auch argwöhnische sowie lethargische Fische, sodass sie diese schließlich zum Anbiss verleiten. Diese Forellensee Fliegen lassen sich in folgende Gruppen unterteilen:

  • Boobies: Besitzen hinter dem Hakenöhr einen Auftriebskörper aus Schaumstoff, der wie ein überdimensioniertes Augenpaar wirkt und beim langsamen Einholen die Fliege schön zappeln lässt.
  • Blob: Ein kompaktes und buschiges Fliegenmuster, das durch die knalligen Farben und die verwendeten Bindematerialien viel Aufmerksamkeit erregt und eine klassische Reizfliege ist.
  • FAB: Variation eines Blobs mit eingebundenen Auftriebskörper am hinteren Ende des Fliegenmusters
  • Fischeier & Paste: aus speziellem Bindematerial, das in nassem Zustand eine gelatinöse Konsistenz annimmt und damit perfekt Forellenpaste bzw. Fischeier nachahmt.
  • Streamer: spezielle Muster für den Forellensee und Angelteich sind weniger beschwert und nutzen sehr bewegliche Bindematerialien in auffälligeren bzw. kontrastreicheren Farben und Farbkombinationen.

Fliegensets für Forellensee und Angelteich

Bei all diesen verschiedenen Fliegenmustern mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften und ihrem speziellen Einsatz-Zweck kann man sehr schnell die Übersicht verlieren. Daher haben wir eine Reihe von Fliegen-Sortimenten speziell für den Einsatz an Seen und Teichen zusammengestellt, mit denen vor allem der Anfänger gut zurechtkommen wird. So finden sich Einsteiger-Sets ebenso wie Zusammenstellungen von Fliegen für bestimmte Fliegen-Montagen oder bestimmte Anbiete-Techniken.

Nützliches Zubehör für das Fliegenfischen im Stillwasser

Eine geräumige Tasche mit angenehmem Schultergurt erleichtert dir beim Fliegenfischen im Stillwasser deine gesamte Ausrüstung komfortabel an den See oder den Teich zu transportieren, unabhängig davon, ob du vom Ufer oder vom Boot fischst. Die Tasche sollte zumindest im unteren Bereich wasserabweisend sein, damit du sie vor Ort unkompliziert auf dem Boden, im Gras oder im Boot abstellen kannst und deine Ausrüstung trocken im sauber bleibt.

Ein Kescher mit Teleskop-Griff und großer Kescheröffnung verkürzt den Drill, verhindert, dass sich der Fisch im flachen Uferbereich vom Haken löst und erleichtert die Landung des gefangenen Fisches. Gerade wenn du mit mehreren Fliegen fischst, wirst du sehr schnell die Vorteile eines gummierten Keschernetzes zu schätzen lernen.