MIT DER TROCKENFLIEGE AM NEVES-STAUSEE
Entdecke einen verborgenen Winkel der Alpen, in dem du vor einer beeindruckenden Bergkulisse mit der Fliege fischen kannst. Mit seinem kristallklaren Wasser und der unberührten Natur ist der Neves-Stausee ein ideales Ziel, wenn du Ruhe und Abenteuer suchst. Freu dich auf ein echtes Bergerlebnis, bei dem du neue Kraft schöpfen kannst.
INHALTSVERZEICHNIS
1. DER NEVES-STAUSEE: FLIEGENFISCHEN VOR EINDRUCKSVOLLER BERGKULISSE
Der Neves-Stausee, auf Italienisch Lago di Neves, liegt in Südtirol am Talschluss des Mühlwalder Tals, eines Seitentals des Ahrntals, mitten in den Zillertaler Alpen. Auf rund 1.860 Metern Höhe ist er von mächtigen Dreitausendern umgeben, darunter der Große Möseler und der Große Löffler.
Die Umgebung ist wild und unverkennbar alpin: Nadelwälder, Gletschermoränen und Wasserfälle prägen die Landschaft, den Hintergrund bildet ein beeindruckendes Bergpanorama. Wenn du die Berge liebst und beim Fischen in unberührte Natur eintauchen möchtest, findest du hier eine außergewöhnliche Kulisse.

Der Neves-Stausee vor seiner beeindruckenden Bergkulisse.
1.1. WAS MACHT DEN SEE FÜR FLIEGENFISCHER INTERESSANT?
In den vergangenen Jahren hat sich der See zu einem beliebten Ziel für Fliegenfischer entwickelt. Dazu tragen die unberührte Umgebung und das klare, kalte Wasser bei, in dem Regenbogen- und Bachforellen, Saiblinge sowie ein hervorragender Bestand an Äschen leben. Auch stattliche Exemplare sind keine Seltenheit und sorgen für zusätzliche Spannung am Wasser.
Anders als viele andere alpine Stauseen bietet der Neves-Stausee mehrere gut zugängliche Uferbereiche und günstige Bedingungen zum Fischen auf Sicht. Die Fischerei ist anspruchsvoll, aber lohnend – genau richtig, wenn du eine echte Herausforderung in einer eindrucksvollen Berglandschaft suchst.

Kühe und Ziegen laufen rund um den See häufig frei umher.
1.2. DIE BESTE ZEIT ZUM FISCHEN
Je nach Wetter und verbliebenen Schneefeldern lässt sich am Neves-Stausee meist von Ende Mai bis Anfang Oktober gut fischen. Besonders empfehlenswert sind Juni und September: Dann sind weniger Besucher unterwegs, und die Fische zeigen sich aktiver. Im Sommer kann es auf dieser Höhe windig werden, und der Wasserstand schwankt. In ruhigeren Phasen ist dennoch ausgezeichnetes Fischen mit der Trockenfliege möglich.

Unsere Helden im Einsatz.
1.3. ANFAHRT UND PARKEN AM NEVES-STAUSEE
Die Fahrt zum Neves-Stausee verlangt etwas Aufmerksamkeit, belohnt dich aber schon unterwegs mit schönen Ausblicken. Folge der Staatsstraße SS621 bis nach Mühlen in Taufers und biege dort ins Mühlwalder Tal ab. Über Mühlwald erreichst du Lappach. Hier beginnt der letzte Abschnitt: eine rund fünf Kilometer lange, asphaltierte Straße, die steil zum See hinaufführt.
Die Straße ist sehr schmal; eine Ampel regelt den Verkehr abwechselnd in beide Richtungen. Am Beginn des kostenpflichtigen Abschnitts steht eine automatische Schranke. Bei der Einfahrt ziehst du ein Ticket, damit sie sich öffnet. Zur Ausfahrt musst du zuerst am Kassenautomaten bezahlen.
Die Parkplätze am See sind gebührenpflichtig und nur während der Sommersaison zugänglich, da die Straße im Winter wegen Schnee gesperrt wird. Die Gebühren betragen 5 Euro für bis zu eine Stunde, 8 Euro für eine bis vier Stunden und 12 Euro für mehr als vier Stunden bis maximal 24 Stunden.
Wohnmobile dürfen die Zufahrtsstraße nicht befahren. Das Fahrverbot für Freizeitfahrzeuge dürfte Sicherheitsgründe haben: Die Fahrbahn ist sehr eng, und am See gibt es nur begrenzte Möglichkeiten zum Rangieren.

Die Schranke am Beginn des kostenpflichtigen Bereichs.
2. DIE BESTEN ANGELSTELLEN AM NEVES-STAUSEE
Der Neves-Stausee ist in zwei klar getrennte Angelzonen unterteilt: Der obere Teil ist ausschließlich dem Fliegenfischen vorbehalten, während der untere Teil für das Spinnfischen vorgesehen ist. So hat jede Angelmethode ihren eigenen Bereich.
Obwohl die Fische grundsätzlich gut über den See verteilt sind, liegen die ergiebigsten Stellen an den Mündungen der beiden größeren Zuflüsse. Beide befinden sich in der Fliegenfischerzone. Sie führen dem See ständig sauerstoffreiches Wasser zu und schaffen damit günstige Bedingungen, unter denen die Fische den ganzen Tag über aktiv sind.

Der Hauptzufluss des Neves-Stausees.
An diesen Einläufen lässt sich sowohl mit der Nymphe als auch mit der Trockenfliege gut fischen. Das Wasser ist gut mit Sauerstoff versorgt, und häufig zeigen sich Fische an der Oberfläche. Allerdings können sie äußerst misstrauisch und selektiv sein. Oft nehmen sie ihre Nahrung knapp unter der Oberfläche auf und ignorieren weniger überzeugende Imitationen. Hier kommt es darauf an, genau zu beobachten und die Präsentation sorgfältig an die Bedingungen anzupassen.
Abseits dieser Schlüsselstellen wird die Fischerei mitunter technisch anspruchsvoller. Umso größer ist die Freude über jeden einzelnen Fang.

Eine Äsche aus dem Neves-Stausee.
3. ANGELMETHODEN
3.1. MIT TROCKENFLIEGE UND NYMPHE AM NEVES-STAUSEE
Bei unserem Ausflug an den Neves-Stausee fischten wir sowohl mit der Nymphe als auch mit der Trockenfliege. Bald war klar: Die Trockenfliege machte uns mit Abstand am meisten Spaß. Schließlich bekommt man nicht jeden Tag die Gelegenheit, auf Sicht zu fischen und einem Fisch dabei zuzusehen, wie er langsam zur Fliege aufsteigt. Jeder Biss ließ unser Herz schneller schlagen und uns für einen Moment den Atem anhalten.
Anfangs wechselten wir zwischen beiden Methoden. Doch im Laufe des Tages ließen wir uns von der Begeisterung mitreißen und blieben schließlich ganz bei der Trockenfliege. Diese Momente waren einfach zu schön. Ganz so leicht wie erwartet wurde es allerdings nicht: Trotz reger Aktivität an der Oberfläche sahen wir mehrfach, wie Fische aufstiegen und unsere Fliegen mit geschlossenem Maul anstießen! Das bescherte uns jede Menge Anhiebe ins Leere und einige herzliche Lacher.

Eine Äsche aus dem Neves-Stausee.
Wir hatten an diesem Tag jede Menge Spaß, auch wenn wir zugeben müssen, dass wir auf ein paar mehr Fische gehofft hatten. Gegenüber den Vorjahren fiel uns außerdem eine interessante Veränderung auf: mehr Äschen und weniger Regenbogenforellen. Das verlieh diesem ohnehin besonderen Ausflug noch einen zusätzlichen Reiz.

Dominiks erster Fisch des Tages.
3.2. SPINNFISCHEN AM NEVES-STAUSEE
Einen Teil des Tages widmeten wir auch dem Spinnfischen im unteren Seebereich – leider ohne Erfolg. Abseits der Bachmündungen verteilen sich die Fische eher unregelmäßig, und die Suche nach ergiebigen Stellen wird zu einer echten Herausforderung.
Weil uns sichtbare Anhaltspunkte und natürliche Strukturen fehlten, an denen wir unsere Würfe ausrichten konnten, hatten wir oft das Gefühl, ins Leere zu fischen. Trotz aller Mühe blieb Wurf um Wurf ohne Reaktion: kein Nachläufer, keine Attacke, kein Zeichen von Interesse.
Diese Erfahrung zeigte uns, wie viel Beobachtung, Geduld und Gewässerkenntnis der Neves-Stausee verlangt. Das gilt besonders, wenn du in Bereichen mit wenig Fischaktivität andere Methoden als das Fliegenfischen ausprobierst.

Der Neves-Stausee.
4. DIE BESTEN FLIEGEN: WAS BEI UNS FUNKTIONIERT HAT
4.1. TROCKENFLIEGEN
Im Laufe des Tages probierten wir zahlreiche Trockenfliegen aus, um das Muster zu finden, das am besten zu den Bedingungen am See und zum Fressverhalten der Fische passte. Dafür mussten wir genau beobachten, häufig die Fliege wechseln und auf die Details achten. Schließlich erwiesen sich schwarze Muster als besonders fängig. Sie boten einen deutlichen Kontrast an der Oberfläche und blieben auch bei leicht gekräuseltem Wasser gut sichtbar.
Die besten Ergebnisse brachte uns eine kleine schwarze Raupenimitation aus Foam. Sie schwamm auch nach mehreren Fängen noch zuverlässig an der Oberfläche und verleitete selbst besonders misstrauische Fische zu entschlossenen Bissen.
Überraschend gut funktionierte auch die Ameise, ein Klassiker beim Trockenfliegenfischen im Hochgebirge. Trotz ihres schlichten Aufbaus überzeugte sie in unterschiedlichen Situationen, vor allem in ruhigen Phasen, wenn die Fische besonders selektiv wurden.
Ihre unauffällige Silhouette und ihr natürliches Profil auf der Oberfläche führten häufig zu entschlossenen Bissen – auch bei Fischen, die andere Imitationen zuvor ignoriert hatten. Sie gehört zu den eher unscheinbaren Fliegen, die im richtigen Moment den Unterschied machen, obwohl auffälligere Muster oft mehr Aufmerksamkeit bekommen.
4.2. NYMPHEN
Mit der Nymphe fischten wir deutlich kürzer, konnten aber dennoch einige Fische fangen. In meiner Fliegenbox lagen ein paar von unserem Morgan in Italien handgebundene Muster, die ich unbedingt am Wasser ausprobieren wollte.
Die Muster gaben mir von Anfang an ein gutes Gefühl: Bereits nach wenigen Würfen kamen die Bisse, und ich sah kaum einen Anlass, die Fliege zu wechseln. Die Nymphen erwiesen sich als fängig und zuverlässig, selbst bei selektiven Fischen.
Wie so oft ließen sich die Fische mit der Nymphe leichter überlisten: Sie nahmen die Fliege schneller und instinktiver und hatten dadurch weniger Zeit, die Imitation zu prüfen. Die Bisse kamen häufig unvermittelt und entschlossen – die Fische schnappten regelrecht nach der Fliege. Auch wenn wir überwiegend mit der Trockenfliege fischten, war die Nymphe zwischendurch eine gute Alternative.

Eine Äsche aus dem Neves-Stausee.
4.3. STREAMER
Auch das Streamerfischen wollten wir ausprobieren, um zu sehen, wie diese Methode am Neves-Stausee funktioniert. Dabei blieben wir zwar ohne Fang, doch das heißt nicht, dass Streamer hier keine Fische bringen. Ein paar Stunden unter ganz bestimmten Bedingungen reichen nicht aus, um die Erfolgsaussichten dieser Methode am See zu beurteilen.
Wenn du gerne verschiedene Möglichkeiten ausprobierst, lohnt sich deshalb durchaus ein Versuch mit dem Streamer, etwa in weniger aktiven Phasen oder bei schwächerem Licht. Gerade für die großen Saiblinge im See könnte er eine interessante Option sein.
5. DIE PASSENDE AUSRÜSTUNG
Nach unserer Erfahrung verlangt das Fischen an den ergiebigsten Stellen des Neves-Stausees ein aktives Vorgehen und die Bereitschaft, sich anzupassen. Die Bedingungen können sich im Laufe des Tages schnell ändern. Um jede Phase des Angeltags bestmöglich zu nutzen, solltest du je nach Fischaktivität und Situation unkompliziert zwischen Nymphe, Trockenfliege und Streamer wechseln können. Deshalb würde ich zu einer 9-Fuß-Rute der Schnurklasse #5 greifen: ein idealer Allrounder, mit dem sich alle drei Methoden mit wenigen Anpassungen abdecken lassen, ohne viel zusätzliche Ausrüstung mitzunehmen.
Die klassische 10-Fuß-Rute der Klasse #7, die häufig beim Stillwasserfischen verwendet wird, ist am Neves-Stausee nicht unbedingt erforderlich. Die Ufer bieten meist genügend Platz, um die Schnur beim Rückwurf ungehindert auszustrecken. Du musst also nicht auf Rollwürfe oder andere spezielle Wurftechniken zurückgreifen. Auch besonders weite Würfe sind nicht nötig, sodass eine kräftigere Rute keinen entscheidenden Vorteil bietet. Hier ist eine leichte, vielseitige 9-Fuß-Rute der Klasse #5 die ausgewogenste und praktischste Wahl.
In unserem Onlineshop findest du sowohl die einzelne Rute, mit der du deine vorhandene Ausrüstung ergänzen kannst, als auch ein einsatzbereites Komplettset aus Rute, Rolle und bereits aufgespulter Schnur. Eine praktische Lösung, wenn du unkompliziert einsteigen möchtest oder eine gut abgestimmte Kombination für den Neves-Stausee und viele andere Gewässer suchst.
6. BESTIMMUNGEN UND ANGELKARTEN FÜR DEN NEVES-STAUSEE
Die offizielle Angelsaison am Neves-Stausee beginnt am 1. Mai und endet am 30. November. Auf fast 1.900 Metern Höhe können Wetter und verbliebener Schnee die Erreichbarkeit allerdings erheblich beeinträchtigen, besonders zu Saisonbeginn und gegen Saisonende. Bei Schnee oder Lawinengefahr kann die Zufahrtsstraße gesperrt sein, sodass du den See nicht mit dem Auto erreichst. Erkundige dich deshalb vor der Anfahrt bei einem der unten genannten Kontakte nach der aktuellen Zufahrtssituation. Ein kurzer Anruf hilft dir, unangenehme Überraschungen zu vermeiden und deinen Angeltag besser zu planen.
Die Tageskarte kostet 35 Euro und erlaubt die Entnahme von insgesamt höchstens drei Fischen aus den Arten Regenbogenforelle, Bachforelle und Marmorataforelle. Die Mindestmaße betragen 25 cm für Regenbogenforellen, 35 cm für Bachforellen und 40 cm für Marmorataforellen. Für die beiden Angelzonen gelten unterschiedliche Vorgaben: In der Fliegenfischerzone darfst du mit einer Rute und einem oder zwei Haken ohne Widerhaken fischen. In der Spinnfischerzone ist ausschließlich ein Einzelhaken ohne Widerhaken erlaubt.
Tageskarten erhältst du bei folgenden Ansprechpartnern:
- Helmuth Rier: +39 348 260 7488
- Norbert Huber: +39 348 705 9129
- Geschäft GolMarket Niederbrunner: +39 0474 653136
Das Geschäft GolMarket Niederbrunner befindet sich unter der Adresse Paese 21B, 39032 Mühlwald (Selva dei Molini).
Öffnungszeiten:
Montag–Freitag: 07:30–12:00 Uhr und 15:00–19:00 Uhr
Samstag: 07:30–12:00 Uhr
Sonntag: geschlossen

Eine Äsche aus dem Neves-Stausee.
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